Neben manuellen Behandlungen und dem Bewegungstraining ist das dritte Element der „Migränetherapie nach Kern“ die Schulung der Wahrnehmung körperlicher und emotionaler Empfindungen.
Schmerz ist ja bereits ein sehr lautes (und spätes) Signal des Körpers, er schreit förmlich nach Veränderung. Meistens hat der Körper aber schon viel früher auf leisere und sanftere Weise mitgeteilt, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist und dass es ihm nicht gut geht. Diese Signale wurden entweder nicht gehört oder nicht beachtet. So ist der Körper gezwungen, lautere, deutlichere Signale zu senden, damit wir reagieren und unser Verhalten ändern.

Die kinästhetische Wahrnehmungsschulung schafft ein Bewusstsein für die leiseren Signale des Körpers. Wenn wir in der Lage und aufmerksam genug sind, benötigt der Körper meist keinen Schmerz mehr als dringlichen Hinweis auf notwendige Veränderungen.

Kinästhetische Wahrnehmung – die Basis der Migränetherapie nach Kern
Unter Kinästhetik versteht man in diesem Zusammenhang die Lehre vom Fühlen (als eine Art der Sinneswahrnehmung des Körpers neben Hören, Sehen, Schmecken, Riechen...).

Emotionen und Schmerzen wirken sich im Körper als kinästhetische Empfindungen aus. Daher ist die kinästhetische Wahrnehmung das direkte „Brückenglied“ zwischen dem Bewusstsein des Menschen und seinem lebendigen Körper, zwischen Psyche/Seele (Emotionen), Körper (Materie) und Geist (Denken). Die Auswirkungen unseres Denkens können wir als Körperempfindungen kinästhetisch wahrnehmen.

Zum Beispiel können wir einen ängstlichen oder ärgerlichen Menschen meist auch an einer entsprechenden Körperhaltung erkennen.
Umgekehrt können wir über unsere Körperhaltung aber auch unser Inneres beeinflussen.
Das kann man sich zu Nutze machen, indem wir erst genau fühlen und dann gezielt verändern (s.a. Bewegungstraining – Alltag gestalten, bzw. Franklin-Methode).

Wir unterscheiden fünf Kategorien der Kinästhetik:

Damit Fühlen wieder angenehm wird!