Befunderhebung 

Vor der ersten Behandlung ist es hilfreich, wenn der Patient/die Patientin ein Formblatt ausfüllt (wird gerne zugesandt oder bei einem ersten kostenlosen Beratungsgespräch überreicht) und zur ersten Behandlung mitbringt. Die genaue Beschreibung des Kopfschmerzes ist eine erste Grundlage zur Behandlung.
Die erste Behandlung selbst beginnt mit einem Ertasten der körperlich-anatomischen Strukturen. Sie sind oft Hinweis auf die Störungen, die die Kopfschmerzen auslösen. Alle gesammelten Informationen bestimmen den individuellen Behandlungsablauf.
Bevor die eigentliche Behandlung beginnt, ist es erforderlich, dass der Patient/die Patienten das Kopfgewicht vollständig abgeben kann. Das fällt unterschiedlich leicht oder schwer und kann unter Umständen auch mehrere Behandlungen in Anspruch nehmen.

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 Veränderungsphase 

Sobald das Kopfgewicht abgegeben werden kann, kann die gezielte Behandlung beginnen. Die Frage ist: was braucht es, damit sich der Patient besser fühlt als jetzt?
Dem Wohlfühlempfinden des Patienten unter der Behandlung entsprechend werden die folgenden Behandlungen aufgebaut.

Im schmerzfreien Raum ertastet der Therapeut die anatomischen Ursachen der Migräne und behandelt entsprechend der individuellen Symptomatik des Kopfschmerzes mit den verschiedensten Methoden:

Ziel der Behandlung ist immer, möglichst schmerzfrei zu behandeln und dabei Kontrakturen und Erstarrungen zu lösen und die Beweglichkeit zu fördern. Kann das Kopfgewicht vollständig abgegeben werden, werden oft längst vergessenes Wohlgefühl und Leichtigkeit erreicht. Eine ganzheitliche innere Empfindung wird angeregt. Fühlt sich der Patient nach der Behandlung besser als zuvor, ist das Ziel erreicht. Ist dieses Ziel nicht erreicht, optimiert die Behandlerin den Reiz. Daher wird die Behandlung immer hinterfragt, bis das Optimum erreicht werden kann. Nur ehrliches Feedback des Patienten ermöglicht diese „Entdeckungsreise“.

Die daraus resultierende Unterbrechung des Schmerzzirkels wird als Positiverlebnis gespeichert. Das erneute „Wohlfühlgedächtnis“ ersetzt im Verlauf der Behandlung das Schmerzgedächtnis.

Schon die erste Behandlung kann deutliche Erleichterung bringen. Ab diesem Zeitpunkt ist für die Behandlerin besser abschätzbar, wie viele Behandlungen ungefähr noch folgen sollten. In der Regel kommt man mit ca. 10 Behandlungen zu deutlichen Fortschritten.

In Verbindung mit Mentaltechniken, dem Wohlfühltagebuch, Bewegungs- und Entspannungsübungen und der Klassischen Homöopathie lassen sich anhaltende Erfolge erzielen.

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 Mentale Neuprogrammierung 

(s. auch Mentaltraining)

Zu der Migränetherapie nach Kern gehört auch ganz entscheidend die mentale Neuprogrammierung. Sie soll vom „Bekämpfen“ der Migräne zur „Wohlfühlkompetenz“ führen. Das „Krankheitsbild“ sollen durch ein „Gesundheitsbild“ ersetzt werden. Dazu werden die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung genutzt.

Oft fokussieren sich Kopfschmerzpatienten auf unangenehme Gefühle, unangenehme Erinnerungen (häufig sind psychische oder physische Traumata der Auslöser der Kopfschmerzen) oder unangenehme Tagesaufgaben oder Lebensumstände. Der Patient/die Patientin hat sich während der langanhaltenden, chronischen Krankheit an die Erwartung von Schmerz gewöhnt. Oft wird vom Arzt das Führen eines „Schmerztagebuchs“ gewünscht.

Die moderne Hirnforschung hat aber ergeben, dass der Fokus unserer Gedanken auch eine „selbsterfüllende Prophezeihung“ bewirken kann. Das heißt, erwarten wir Schmerz, kommt er auch mit weit größerer Wahrscheinlichkeit. Anders ausgedrückt: „Die Energie folgt der Aufmerksamkeit“ – häufig an den Schmerz zu denken alleine schon kann ihn auslösen!
Diesen Teufelskreis – Schmerz, Erwartung von Schmerz, Schmerz... – gilt es zu durchbrechen. Nicht nur auf der körperlichen Ebene, sondern auch über die geistige Ebene.

Man kann sich die Erkenntnisse der Hirnforschung also auch zu Hilfe nehmen, um diesem Teufelskreis zu entrinnen. Die Fokussierung auf Wohlfühlmomente hat nämlich den gleichen Effekt: „Die Energie folgt der Aufmerksamkeit“.
Verankert man die Positiveindrücke, lassen sich Veränderungen in der Schmerzstärke und -häufigkeit herbeiführen. Das heißt, sie bekommen mehr Gewicht im Leben und steigert die Erwartung von Wohlfühlmomenten und führen sie unter Umständen auch verstärkt herbei.

Möglichkeiten sind hier das Erinnern an Wohlfühlmomente im Kopf-/Halsbereich, wie sie während der Behandlungen wiedererfahren werden kann. Die „Ankertechnik“ und Umlernen der Bewegungsabläufe durch spezielles Bewegungstraining, das Führen eines Wohlfühltagebuchs statt eines Schmerztagebuchs ist Teil des Mentaltrainings für Patienten mit Migräne und chronischen Kopfschmerzen. Sie entspringt den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung (s. Mentaltraining – Ankertechnik, bzw. Wohlfühltagebuch).

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 Fragen 
Wie oft soll behandelt werden?
Bei Patienten, die nur ab und zu unter Kopfschmerzen leiden, könnte eine Behandlungsserie von drei bis sechs Behandlungen (einmal pro Woche) ausreichen.

Bei Kopfschmerz- und Migränepatienten, die einmal pro Monat und/oder länger als fünf Jahre wiederkehrend an Schmerzen leiden, sollten Sie mindestens 10-15 Behandlungen (mind. zweimal pro Woche) einplanen.

Patienten, die länger als zehn Jahre und/oder mehrmals im Monat an Migräne oder Kopfschmerz leiden, sollten mindestens 20-30 Mal zur Behandlung kommen (zwei- bis dreimal pro Woche).

Dies ist allerdings nur eine grobe Faustregel, denn es handelt sich bei der Migränetherapie nach Kern um Lernprozesse und jeder Mensch bringt hier andere Potentiale mit.

Für wen ist diese Migränetherapie nicht geeignet? Den Patienten, die nach fünf Behandlungen mit der Migränetherapie nach Kern keinerlei Verbesserungen wahrnehmen, würde ich empfehlen, die Behandlung abzubrechen.

Für wen ist diese Migränetherapie besonders geeignet?
Für Menschen, die am besten über das Körpergefühl lernen. Die besten Ergebnisse sind zu erwarten, wenn der Patient bereit ist, sich auf sich selbst und seinen Körper einzulassen. Selbstverantwortlichkeit ist ebenfalls ein guter Erfolgsgarant, außerdem natürlich der feste Wille, wirklich gesund zu werden. Und sicher hilft auch das Bestreben, Migräne nicht als Feind zu sehen, sondern das Potential dahinter zu entdecken.

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